Рош ха-Шана – Надежда, прощание и открытые глаза.
Рош ха-Шана — это время надежды, время, когда мы смотрим в будущее и надеемся, что в мире появится что-то новое. Мы думаем о новых возможностях, строим новые планы, загадываем новые желания и ставим перед собой новые цели. И снова мы позволяем себе верить, что всё может измениться.
In der Tora-Lesung von heute wird ein Baby geboren. Nach vielen Jahren des Wartens, der Unsicherheit, der Enttäuschung und der Anstrengung bekommen Abraham und Sara endlich das Kind, an das sie schon fast nicht mehr geglaubt haben. Die Tora macht deutlich, wie außergewöhnlich diese Geburt ist: Abraham ist alt, und auch Sara ist alt. Die Möglichkeit, noch ein Kind zu bekommen, erscheint fast absurd. Als Sara hört, dass sie einen Sohn bekommen wird, kann sie es kaum glauben – und lacht. Deshalb bekommt das Kind den Namen Jitzchak, Isaak, vom hebräischen Wort צחק, „lachen“.
Abschied und Neuanfang
Aber Rosch Haschana handelt nicht nur von Hoffnung und Lachen. Es geht auch darum, loszulassen, Abschied zu nehmen und Raum für etwas Neues zu schaffen.
Unmittelbar nachdem Isaak geboren wurde, bittet Sara Abraham, seinen erstgeborenen Sohn Jischmael und dessen Mutter Hagar wegzuschicken. Das ist einer der schmerzhaftesten Teile dieser Geschichte. Sara möchte sicherstellen, dass Isaak die Möglichkeit hat, aufzuwachsen und sich zu entwickeln. Sie möchte Raum für einen Neuanfang schaffen.
Vielleicht steckt darin auch eine Botschaft für Rosch Haschana. Wir sind aufgefordert, das alte Jahr loszulassen und das neue Jahr willkommen zu heißen. Wir sagen: תכלה שנה וקללותיה, תחל שנה וברכותיה „Möge das Jahr mit seinen Flüchen zu Ende gehen, und möge das neue Jahr mit seinen Segnungen beginnen.“
Doch loszulassen ist schwieriger, als es klingt. Es ist nicht einfach, das vergangene Jahr hinter sich zu lassen – seine Schwierigkeiten, seine Enttäuschungen, seine Ängste und seinen Ärger. Selbst wenn ein Jahr schwierig war, sind wir tief in ihm verwurzelt. Es ist zu einem Teil unseres Lebens geworden.
Die Magie des neuen Anfangs
Und deshalb fordert uns Rosch Haschana zu etwas auf, das zugleich einfach und sehr schwierig ist: die Verzweiflung loszulassen und der Hoffnung eine neue Chance zu geben. Daran zu glauben, dass ein neues Jahr anders werden kann. Und das jedes Jahr aufs Neue zu tun.
Es ist etwas fast Naives, fast Kindliches, an unserer Bereitschaft, an die Magie eines neuen Kalenders zu glauben. Das Datum ändert sich – und plötzlich erlauben wir uns, daran zu glauben, die Welt mit anderen Augen zu sehen. Vielleicht ist das aber gar keine Naivität. Vielleicht ist es eine der großen Stärken der jüdischen Tradition: die Bereitschaft, immer wieder neu anzufangen.
Hagar, der Brunnen und offene Augen
Doch die Geschichte von Hagar und Jischmael erzählt uns noch etwas anderes.
Ihre Vertreibung aus dem Haus Abrahams ist tragisch. Sie werden in die Wüste geschickt, und schließlich geht ihnen das Wasser aus. Hagar glaubt, dass ihr Sohn sterben wird. Und dann geschieht etwas Bemerkenswertes. Gott erschafft für Hagar keine neue Welt. Gott bringt sie nicht an einen anderen Ort. Stattdessen erzählt die Tora: וַיִּפְקַח אֱלֹהִים אֶת־עֵינֶיהָ וַתֵּרֶא בְּאֵר מָיִם „Und Gott öffnete ihre Augen, und sie sah einen Brunnen mit Wasser.“
Der Brunnen war schon da. Was sich verändert hatte, war nicht die Welt um sie herum. Was sich verändert hatte, war das, was Hagar sehen konnte.
Manchmal brauchen wir tatsächlich etwas Neues. Manchmal müssen wir etwas hinter uns lassen, die Richtung ändern und ganz neu anfangen. Aber manchmal ist die neue Möglichkeit schon da. Der Segen ist schon da. Der Brunnen ist schon da. Wir müssen nur unsere Augen öffnen.
Mit Mut und offenen Augen in das neue Jahr
Rosch Haschana gibt uns die Möglichkeit, genau das zu tun: unser Leben noch einmal anzuschauen, ohne vollständig von den Ängsten und Enttäuschungen der Vergangenheit gefangen zu sein. Möglichkeiten zu sehen, die wir zuvor nicht gesehen haben. Die Menschen, die Möglichkeiten und die Segnungen zu erkennen, die bereits um uns herum sind.
Und vielleicht bedeutet Rosch Haschana deshalb beides: den Mut zu haben, wie Sara Raum für etwas Neues zu schaffen – und gleichzeitig den Mut zu haben, wie Hagar die Augen zu öffnen und den Brunnen zu sehen, der die ganze Zeit schon da war.
Möge dieses neue Jahr ein Jahr sein, in dem wir loslassen können, was wir hinter uns lassen müssen – und gleichzeitig die Segnungen erkennen, die bereits in unserem Leben vorhanden sind.
Möge 5787 ein Jahr sein, in das wir mit Hoffnung, mit Mut und mit offenen Augen hineingehen.